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1. Platz Hauptstraße Elze

Der umzugestaltende Straßenzug stellt für die Stadt Elze nicht nur eine Hauptader im Sinne des motorisierten Verkehrs dar, sondern muss auch als zentraler Ort für das öffentliche Leben mit wirtschaftlichen und kulturellen Nutzungen betrachtet werden. Um diesen Aspekt zu stärken, wurde das Augenmerk auf die Fußgänger gelegt. Ein großzügiger Gehwegbereich mit gezielt eingesetzten Grünaspekten macht längere Aufenthalte attraktiver und lädt zum gemütlichen Bummeln ein. Zudem wird durch den neu gestalteten Kirchplatz ein Ort geschaffen, der die Bürger Elzes nicht nur für verschiedene Veranstaltungen vereint, sondern auch als zentraler Treffpunkt und Mittelpunkt des öffentlichen Lebens dient.


Allgemeine Gliederung: In dem neu gestalteten Areal finden sich Bereiche unterschiedlicher Funktion mit differenzierter Wichtigkeit wieder. Die durchgängige Fläche aus Betonpflaster im Reihenverband stellt den für Fußgänger vorgesehenen Bereich dar. Dieser wird durch ein immer wieder unterbrochenes Asphaltband durchzogen und stellt somit die Fläche für den motorisierten Verkehr optisch in den Hintergrund. An Kreuzungsbereichen zieht sich der Pflasterbelag über die Fahrbahn und sorgt durch die Verlegerichtung zusätzlich für erhöhte Aufmerksamkeit der Autofahrer. Es kommt zur Verkehrsentschleunigung, was wiederum auch mehr Sicherheit für den Radverkehr mit sich bringt. Im Bereich des Kirchplatzes wird dieser Effekt durch einen erneuten Belagswechsel verstärkt eingesetzt, um dort eine besondere Signalwirkung zu erzielen. Unfallschwerpunkten, wie beispielsweise der Kreuzungsbereich Brandstraße-Hauptstraße, kommt dies besonders entgegen. Zudem wird erneut die Wichtigkeit des Fußgängers und die zum Aufenthalt vorgesehenen Flächen betont.

Das dadurch entstehende Raster gliedert auch die Anordnung der Grünaspekte. Die Hauptstraße wird beidseitig von unregelmäßig angeordneten, einheimischen Gehölzen und Pflanzbeeten begleitet. Durch Setzen dieser grünen Akzente kommt es, bei gleichzeitiger Bewahrung lichten Raums, zu einer zusätzlichen Aufwertung des Straßenraums. Des Weiteren dienen die Pflanzbeete zur Entwässerung von Niederschlägen. Das leichte Gefälle von Straße und Gehweg leitet das Wasser direkt in den Straßenablauf, seitlich der Pflanzbeete. Dort wird es gefiltert und versickert bzw. wird in den Abwasserkreislauf eingespeist. Seitlich der Beete finden sich auch immer wieder Sitzgelegenheiten, die zum Verweilen oder Ausruhen einladen.


Platz: Durch ihre großzügige Gestaltung soll die Fläche des Kirchplatzes zukünftig vielfältige Nutzungen ermöglichen und Raum für verschiedenste Veranstaltungen bieten. So ist hier das Aufstellen von kleineren Ständen, beispielsweise für den Wochen- oder Weihnachtsmarkt, aber auch der Aufbau einer Bühne für Konzerte und ähnliche Veranstaltungen möglich. Für ausreichend Strom- und Wasseranschlüsse ist gesorgt. Optisch hervorgehoben wird dieser Bereich durch ein großformatiges Pflaster in anderer Verlegerichtung.

Als Raumkante dienen zwei Sitzstufen, die sich in das Gefälle des Platzes einschneiden und eine gemeinsame Mitte zum Aufenthalt für Jung und Alt bilden. Zur Kirche hin werden sie durch eine Treppe unterbrochen, um den direkten Gang zur Kirche zu ermöglichen. Ein barrierefreier Zugang ist weiterhin neben den Sitzstufen möglich. Im vorderen Bereich findet sich zudem ein Wasserspiel zur Auflockerung und Erfrischung im Sommer, welches bei Veranstaltungen oder Marktbetrieb ausgeschaltet werden kann. Das Denkmal wurde in den angrenzenden Park versetzt, um die Multifunktionalität und Offenheit des Platzes zu ermöglichen.


Parken und Bushaltestelle: In das Raster des Belages und der Pflanzung fügen sich Längsparker ein. Somit wird zum einen die gewünschte Anzahl an Stellplätzen erfüllt, zum anderen der Straßenraum zu Gunsten des Fußgängers aufgeweitet und optisch aufgewertet.

Die Bushaltestellen verbleiben im Kreuzungsbereich Brandstraße-Hauptstraße, jedoch werden die Busse in Zukunft auf der Straße halten. Somit wird durch die daraus resultierende Verkehrsentschleunigung auch hier die Qualität des Straßenraums für den Fußgänger erhöht.

Die Mauer, die die Hauptstraße hier in zwei Ebenen gliedert, bleibt erhalten und wird optisch durch Verwendung eines einheitlichen Pflasters in die Gestaltung integriert. Im unteren Bereich erfolgt auch hier eine Verbreiterung des Gehwegs, sodass es künftig möglich ist, hier ohne Probleme entlangzulaufen. Zudem wird durch die Verbreiterung auch hier das Baumraster fortgeführt, wodurch der Straßenraum begrünt und aufgewertet wird.


Standort

Elze

Bauherr

Stadt Elze

Jahr

2019

Wettbewerb

1. Platz