• Axonometrie
  • Lageplan 1:500
  • Pikto Freiraum + Fahrräder 1:50
  • Ansicht Ost 1:200
  • Ansicht Nord 1:200
  • Schnitt Nord 1:200
  • Dachbegrünung Detail 1:50
  • Städtebauliches Konzept

Muslimische Akademie Heidelberg

Veröffentlicht am

Das Vorhaben der Muslimischen Akademie Heidelberg i. G. geht zurück auf die Initiative Heidelberger Muslime, die sich im Rahmen von Community Organizing im Frühjahr 2013 im Rahmen des IBA-Prozesses zusammengefunden hat. Mit der Muslimischen Akademie Heidelberg soll ein öffentlicher Bildungs- und Diskursraum geschaffen werden, der sich in das städtische Alltagsleben einwebt, einen Ort der Begegnung schafft und zugleich das muslimische Leben über Heidelberg hinaus sichtbar macht. Die Akademie führt vor allem Veranstaltungen zu aktuellen gesellschaftspolitischen Herausforderungen durch - von Tagungen bis Seminare - und trägt zur gesellschaftlichen und politischen Partizipation der Teilnehmenden bei.

Entwurf

Das neue Akademiegebäude ist als zeitgenössisches öffentliches Gebäude formuliert, ganz im Sinne seiner zukünftigen Nutzung und Aufgabe, ein Begegnungsort für Menschen in einer offenen Gesellschaft zu sein, die sich in ihrer religiösen Unterschiedlichkeit und Individualität erleben können: Einladend, offen und heiter!

In diesem Sinne beruht die MAHD auf dem Selbstverständnis der europäischen Kultur und für eine religiöse Freiheit, eben „teilseiend“ dieser (Heidelberger Stadt-)Gesellschaft. Das Gebäude verzichtet deshalb bewusst auf vordergründige formale Referenzen anderer Kulturepochen oder -regionen. Der architektonische Ausdruck spiegelt vielmehr den öffentlichen Charakter des Hauses wider.

Die Organisation des Hauses wird der Vielschichtigkeit der Nutzungen gerecht. Die unteren 4 Geschosse nehmen alle öffentlichen Flächen auf. Sie sind über Lufträume und großzügige Treppenläufe miteinander verbunden. Es entstehen Blickbezüge und geschossübergreifende, räumliche Zusammenhänge.

Freiraumkonzept

Die neuen Freiräume rund um die Muslimische Akademie erfüllen vielfältige und ambitionierte Zielsetzungen: Es entsteht ein spannungsvoller Auftakt der Promenade, in dem die entwurfsprägende Böschung sanft ausläuft und kraftvoll in einem neuen Platz mündet. Hier treffen Bahnstadt / Promenade / Feld harmonisch aufeinander und verbinden sich mit den Freiräumen rund um die Muslimische Akademie. Eine bedeutsame Lücke im Stadtgefüge wird mit einer bedeutsamen Nutzung gefüllt und vernetzt die Umgebung miteinander. Ein Ort für Begegnung, Inspiration und Weitsicht wird geschaffen. Sitznischen laden zum Verweilen ein – spannende Blickbeziehungen und einladende Eingangssituationen entstehen.

Der Höhenunterschied zwischen „EG Langer Anger“ und „EG Promenade“ wird mit klaren Treppenanlagen überwunden, welche sowohl in eine begrünte Terrasse als auch in eine begrünte Böschung überführt und weiterentwickelt werden. Für eine maximale Barrierefreiheit verschneidet sich eine entsprechend ausgebildete Rampe mit der Böschung der Promenade.

Fahrradstellplätze im Freien werden nahe der Eingänge und im Schnittpunkt mit dem Fahrradweg angeboten.

Lockere Baumpflanzungen mit hohem Kronenansatz ermöglichen zum einen eine gute Verschattung und zum Anderen einen guten Durchblick, eine gute Orientierung und Überblick. So entsteht ein spannungsvolles Gleichgewicht zwischen den urbanen, multifunktional nutzbaren Freiflächen und der anschließenden Kulturlandschaft – verbunden durch den neuen Auftakt der Promenade.

Das Konzept lebt von Schlichtheit, Öffnungen, Rückblick und Weitblick und trägt somit zur gleichermaßen harmonischen Einfügung ins Stadtgefüge wie auch zu einer besonderen Prägung und Identifikation bei.

Das zentrale Wasserspiel entwickelt sich zum Treffpunkt, bringt gleichzeitig einen hohen Spielwert und einen positiven Effekt aufs Mikroklima mit sich. Ausgeschalten entsteht an dieser Stelle durch die umliegenden Böschungssituationen eine wunderbare theatralische Situation, die förmlich zu Festen, Veranstaltungen und Vorstellungen einlädt.

Der neue Ort ist ästhetisch-funktional und aneigenbar – schlicht ein Ort für alle.

Städtebaulicher Ideenteil

Ziel ist eine neue städtische Typologie, die eine Synthese aus Fassung der öffentlichen Räume und Durchbindung der Grün- und Freiflächen erreicht.

Der im östlichen Teil der Bahnstadt bisher durchgeführte Blockrandtyp ist für die schmal geschnittenen Baufelder des Wettbewerbsgebietes nicht optimal geeignet. Die vorgeschlagenen hybriden Zeilen erlauben eine bessere Belichtung mit geringerer Verschattung in den Wintermonaten und einen direkten Grün- und Freiraumbezug aller Parzellen und Geschosse.

Standort

Heidelberg-Bahnstadt

Auslober

Muslimische Akademie Heidelberg

Projektpartner

AAg Architekten GmbH, Heidelberg

Jahr

2023

Wettbewerb

1. Anerkennung